Gegen Hungers- und Bildungsnot in Afrika – das kriegen wir gebacken

SOR-Projekt „Mehrwertplätzchen“ sammelt auf dem Weihnachtsmarkt für Kinder

Nur noch vierzehn Tage bis Weihnachten. Purer Stress, denken viele von uns. Jetzt schnell noch die Geschenke besorgen, gehetzt die Festmahldelikatessen einkaufen, die letzten offenen Aufgaben erledigen; für Schülerinnen und Schüler heißt das, sich auf die noch anstehenden Klassenarbeiten vorzubereiten. Es geht allen Leuten so – wie jedes Jahr.

Allen? Bei weitem nein. Es gibt viel zu viele Kinder und Jugendliche in Armut, die mangels Geld mit Geschenkideen sich nicht zu beschäftigen brauchen. Essen? Fehlanzeige, es ist schlicht nicht vorhanden. Klassenarbeiten? Nicht daran zu denken, da Schulen oder Lehrmittel nicht ausreichend verfügbar sind. Viele von ihnen leben in Afrika, in Dürrezonen. Der existentielle Mangel an Nahrung und Bildung ist nicht nur temporär – er begleitet sie Tag für Tag, das ganze Jahr, oft das ganze Leben lang. Das ist echter Stress!

Projektidee. Mit dieser Perspektive hat Susanne Vögtler als Koordinatorin für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ (SOR-SMC) an der Schulze-Delitzsch-Schule ein vorweihnachtliches Projekt mit Schülerinnen und Schülern (SuS) aller an der SDS vertretenen Schulformen initiiert, um für CARE e.V. Spenden zu vereinnahmen, mit denen die Ärmsten der Armen unterstützt werden sollen. Vögtler konnte hierfür auch die aktive Unterstützung der Louise-Schröder-Schule (LSS) und Riehl-Schule gewinnen.

Die Idee war, selbst gebackene Plätzchen als „Belohnung“ für eine möglichst generöse Spende, zugunsten CARE e.V. auf dem Weihnachtsmarkt zu verteilen.

Mehrwertplätzchen gegen Spende. Die Aktion fand am Samstag, den 09.12.2017, bei klirrender Kälte statt. Eine Vielzahl von SuS konnte erfolgreich am Stand 56, links vor dem Rathaus, im Beisein von Schulleiter Rainer Strack, viele Besucher für Geldzuwendungen animieren. Renner waren neben den Plätzchen auch Wärmepads für die Hände. Ebenso fand das selbst kreierte Kochbuch „Asyl“ der Riehl-Schule, mit Rezepten vornehmlich aus arabischen Ländern und dank interessanter Inhalte und professionellem Layout, großen Anklang.

5 Euro für drei Monate sicheres Trinkwasser, 8 Euro für Saatgut in einem Schulgarten, 8 Euro für Schulbücher eines ganzen Jahres, 10 Euro für eine Monatsration Kraftnahrung für ein Kind– das sind kleine Beträge für uns und große Erträge für die Kinder und Jugendlichen in Afrika.

Vereinnahmt wurden über 1.600 EUR, ein grandioser Erfolg! Man muss sich freuen, wie vielen Kindern und Jugendlichen in Afrika bereits mit diesem Betrag geholfen werden kann.

Von der Idee zum Teig. Zwischen Projektidee und „geben Sie unseren Plätzchen mehr Wert“ liegen allerdings ein paar Schritte. Zuerst mussten die Gelder für die Zutaten und Verpackung beschafft werden. Dank der Zuwendungen der Fördervereine von SDS und LSS konnten das Verpackungsmaterial und die Zutaten eingekauft werden. Der Kindergarten im Nachbarschaftshaus Biebrich stellte für die Backtermine kostenlos seine Küche zur Verfügung. Herzlichen Dank dafür!

Vom Teig zu den Plätzchen. Rund 40 SuS haben aus 50 kg Zutaten Teig produziert, ihn ausgestochen, verziert, gebacken, konfektioniert und gelabelt. Das Ergebnis: 500 Tüten mit Plätzchen à 100 g.

Vom Plätzchen zum Mehrwert. Jeder einzelne EURO aus dem Erlös geht als Spende an CARE e.V.; es gibt keine die Spende schmälernden Kosten. Das ist echter Mehrwert.

Unsere Weihnachtsbotschaft. Das Projekt „Mehrwertplätzchen“ ist tiefgründig, nachhaltig und perspektivisch. Es verdeutlicht, dass unser vorweihnachtlicher Stress einfach nur banal ist gegenüber dem permanenten existentiellen Stress afrikanischer Kinder und Jugendlicher. Es lenkt von unseren Luxusproblemen auf die massiven Behinderungen eines menschenwürdigen Daseins und zeigt zugleich, wie mit geringem Einsatz sehr großer Nutzen erzielt werden kann.

Das ist eine ehrliche, aktive und großartig umgesetzte vorweihnachtliche Botschaft an alle, die der Hilfe bedürfen.

Unser Dank gilt Susanne Vögtler, Johannes Fey, von der LSS Markus Jäger sowie Tina Kompoura und Verena Hartung von der Riehl-Schule und natürlich den vielen, vielen Unterstützern und Helfern, die diesem Projekt zum Erfolg verholfen haben. Der Gedanke, gemeinsam mit anderen SOR-Schulen Projekte zu realisieren, lebt!

(Petra Hilbert)

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