Max has learned English, he is a fox.

SDS feiert 10 Jahre Europass an der Berufsfachschule für das Fremdsprachensekretariat

So übersetzt Google Translate den Satz: „Max hat Englisch gelernt, er ist ein Fuchs.“ Aha. Max ist also ein Fuchs, der Englisch sprechen kann. Wo kann man dieses Wundertier sehen und reden hören? Und es stellt sich eine weitere Frage: Warum sollte man sich den Mühen unterziehen, eine Fremdsprache zu erlernen, wenn es doch der Google Übersetzer so schön und schnell mit seiner auf neuronaler Netzwerktechnologie basierenden Artificial Intelligence (AI) richtet?

Haben davon die dreizehn erfolgreichen Stipendiaten der Klasse 12BFF der Zweijährigen Höheren Berufsfachschule Fremdsprachen (BFF) an der SDS etwa noch nichts gehört, als sie am 28.02.2018 ihren Europass für das berufsqualifizierende Auslandspraktikum in Empfang nahmen?

Die Schülerinnen und Schüler hatten im Verlauf ihrer BFF-Ausbildung zwischen Juni und Juli 2017 im Europäischen Ausland in Sprachschulen, öffentlichen Einrichtungen und Firmen ein von der EU zertifiziertes 5-wöchiges Auslandspraktikum absolviert. Der ‚Europass Mobilität‘ dokumentiert detailliert die Inhalte und Ergebnisse dieser Lernaufenthalte. Erfasst werden die erworbenen Sprachkenntnisse sowie berufsfachliche und organisatorische Fähigkeiten und Kompetenzen.

In seiner Rede zur Verleihung der Europässe ordnete Schulleiter Rainer Strack die Rolle des Auslandspraktikums in den Kontext der gesamten Sprachausbildung ein: „Ihre Ausbildung in der
Zweijährigen Höheren Berufsfachschule für das Fremdsprachensekretariat verlangt – oder besser – ermöglicht ein solches Praktikum. Neben den persönlichen Erfahrungen, nämlich das Kennenlernen von Lebensweise und Unternehmenskultur im Zielland steht natürlich der Erwerb von Sprachqualifikationen und der Abbau von Sprachhemmnissen.“ Den Stellenwert von Fremdsprachenkompetenz für das persönliche und berufliche Fortkommen machte er an den Bedarfen global agierender Unternehmen deutlich: „Die Haussprache deutscher Banken mit internationalem Geschäft ist Englisch, ebenso wie in der Technik“. Spanisch gewinne als Handelssprache zunehmend an Bedeutung und Französisch sei in einem weiter zusammenwachsenden Europa ein wichtiger Faktor im Berufsleben, führte Strack in seiner Rede weiter aus.

Also gehen Sprachausbildung und Praktikum über das reine Erlernen von Vokabeln, von Fremdsprache hinaus? Ja, anders als Google wurden und werden die SuS nicht programmiert. Sie lernen Vokabular und Grammatik in einem sozialen und professionalen Kontext und sammeln zugleich interkulturelle Erfahrungen im Zusammenhang mit der Fremdsprache. Sie können, anders als Übersetzungsroboter, die gesamte semantische Breite von Sprache wie Humor und Metaphorik verstehen und in der Kommunikation anwenden.

An die SuS gewandt hob Strack hervor: „Mit dem Besuch der Berufsfachschule Fremdsprachen haben Sie die Schulform gewählt, die diese Erfahrung ermöglicht. Sie für dieses Leben vorzubereiten, ist unsere Aufgabe. Aus diesem Grund sind wir dem EU-Programm ‚Erasmus+‘ sehr dankbar für die Unterstützung und Förderung unserer Auslandspraktika.“

Schülerin Luella Döringer, die im Londoner Cartoon-Museum das Praktikum absolvierte, pflichtete bei: „Ohne Stipendium hätte ich mir London finanziell nicht leisten können. Mein Ziel war, den Wortschatz zu erweitern, flüssiger sprechen zu können und festzustellen, ob ich die Fähigkeiten habe, im Ausland zu arbeiten. Es war leichter als ich dachte. Ich habe mich nicht fremd gefühlt, sondern hatte das Gefühl, es ist richtig so. Ich bin persönlich gewachsen.“

Tanja König, auf deren Initiative 2008 die Einführung des Europasses an der SDS zurückgeht und bis heute in Wiesbaden einmalig ist, nahm in ihrer Ansprache einen Blick zurück auf das vergangene Jahr. Sie schilderte, dass die Bewerbungen auf Praktikumsplätze immer geprägt sind von „der Spannung, ob eine Einladung zum Telefongespräch ausgesprochen wird, die Aufregung vor und während des Skype-Interviews, bis endlich – im besten Fall – die Zusage des Praktikumsgeber kommt.“ Interessant fand sie, wie sich die SuS nach der Rückkehr verändert hatten: „Sie waren stolz, euphorisch, entschlossen und selbstbewusster!“

Strack dankte dann auch allen beteiligten Lehrkräften und besonders Frau König mit den Worten: „Als Frau der ersten Stunde haben Sie entscheidend die Organisation von Auslandspraktika und die Zusammenarbeit im Rahmen von Erasmus geprägt.“

Die feierliche Übergabe der Europässe wurde musikalisch umrahmt von Milad Haydari aus der Klasse InteA 2 und Shaib Haydari aus der InteA 4.

Die Schülerinnen und Schüler der 12BFF können stolz auf sich sein!

Basel Dabcheh, Luella Döringer, Kaltoum El Hadjeui, Hind El Marchouhi, Hanane El Mourabit, Chafika Khandouk, Marija Kovacic, Chaima Lassoued, Gaia Marino, Janna Moretz, Elina Musaev, Lucia Seraiva und Alina Schmidt hätten – Dank Human Intelligence – wie folgt übersetzt: „Max has learned English, he is smart.“

Mit der Wahl ihrer Ausbildung gilt aber auch: „They are smart, too“.

Wir wünschen allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg!

(Petra Hilbert)

 

Auch der Wiesbadener Kurier berichtete hierüber …

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